PEKIP – Das Prager Eltern Kind Programm

Das Kind in seiner natürlichen Entwicklung zu fördern – nackt, um bei den Übungen nicht eingeschränkt zu sein und bei warmen 25 Grad – das steht im Mittelpunkt des Prager Eltern Kind Programms – kurz PEKIP.

 Zu PEKIP allgemein

Die Devise: lerne die Bedürfnisse deines Kindes zu erkennen, lass dich auf seine Entwicklung ein und versuche diese bewusst zu erleben. Nimmt man den Gedanken ernst, kann nicht nur die Beziehung zwischen Eltern und Kind daran wachsen, sondern Mutter/Vater selbst.

Ein Konzept, das mir sofort gefiel und je mehr ich darüber erfuhr, desto mehr fühlte ich mich in meinen Grundsätzen bestärkt.

Meine Erfahrungen mit PEKIP bislang zeigen, dass ich an Selbstsicherheit im Umgang mit dem Kind gewonnen habe. Nicht nur, weil PEKIP Grundlegendes erklärt, sondern auch Ideen und Anregungen für das Spielerische miteinander liefert.

 Wir wollen ja nur das Beste

Es geht wohl nahezu allen Jungeltern gleich: wir wollen natürlich das Beste für unsere Zwerge, wir wollen, dass es ihnen an nichts fehlt und wir wollen, dass sie sich prächtig entwickeln. Man ist ja schon stolz, wenn der Zwerg früher krabbeln kann als alle anderen Altersgenossen. Darf man auch schon mal. Doch leider passiert es auch immer wieder, dass unser Ehrgeiz mit uns durch geht.

Wie gerne hätte ich, dass mein Kind schon sitzen oder laufen kann. Schnell ist es hingesetzt, wo angelehnt oder ein Lauflernhilfe gekauft. Leider sind solche Hilfsmittel alles andere als hilfreich, meist verzögern sie sogar die natürliche Entwicklung.

Denn die Entwicklung unserer Sprösslinge läuft alles andere als nach unserer Schnauze. PEKIP weist sanft darauf hin. Nicht mit einem belehrenden Finger, sondern mit einer helfenden Hand in Form von klaren Tipps und praktischen Übungen.

Kurzum: PEKIP holt einen immer wieder vom überambitionierten Förderdrang runter. Es erklärt sehr anschaulich, dass es die einfachen Dinge sind, die dem Kind gut tun. Mich beruhigte das.

Ein Baby braucht nicht unzählige Spielzeuge, die tüten, blinken oder ähnliches; schon ein Seidentuch kann ein super Hilfsmittel sein, um dem Kind bei seiner Körperwahrnehmung zu helfen.

UNTERSTÜTZEN statt Förderzwang

REDUZIEREN auf das Wesentliche statt Masse

„Lassen Sie das Kind all das selber tun, was es schon beherrscht“

Natürlich gibt es auch das andere Extrem: statt dem Kind zu viel zu zumuten, traue ich ihm nichts zu. Ich hüte mein Baby vor allem, was gefährlich werden kann. Jede Kante wird abgeklebt, jedes Möbelstück auf die Seite geschoben und Alltagsgegenstände die zu schwer, eckig, oder sonst was sind, eliminiert. Natürlich wird auch ales akribisch gereinigt – am besten wäre sowieso ein leerer, steriler Raum. Wir kennen sie doch alle – diese übervorsichtigen Mütter, die dir als Geschenk ne 3 Liter Flasche Desinfektionsmittel überreichen. Geht nicht. Auch hier finde ich den Ansatz von PEKIP super: lehre dem Kind den Umgang mit seiner Umgebung, anstatt es in Watte zu hüllen.

Praktisches Herangehen

Neben Trage- und Hochhebe-Tipps befasst sich PEKIP vor allem mit Übungen, die man mit seinem Zwerg machen kann. Dabei empfiehlt es sich, die Windel wegzulassen. Dementsprechend warm sollte der Raum sein (ca. 25 Grad). Denn ein Baby nimmt sich und seine Umgebung ohne Kleidung und Windel bewusster wahr.

Ein Buch als perfekter Alltagsbegleiter

Falls ihr auch gerne mit euren Zwergen PEKIP kennenlernen wollt, kann ich das Buch von Liesel Polinski „PEKIP. Spiel und Bewegung mit Baby“ empfehlen.

Zu Beginn wird man sanft in die neue Lebenssituation mit Kind eingeführt. Wie erleben andere Elternpaare die Umstellung, welche Rolle spielen Mutter und Vater, wie kann ich die Zeichen meines Babys lesen und wie seine Entwicklung unterstützen. Danach folgen praktische Übungen für das jeweilige Vierteljahr.

PEKIP-Kurse

Vielerorts werden auch PEKIP Kurse angeboten. Meine Erfahrung: sie sind super angenehm, der Austausch mit Müttern ist top, aber meist sind sie recht teuer.

Wir haben mit unserem PEKIP-Kurs gestartet, als Theo ca. 8 Wochen alt war. Zu diesem Zeitpunkt hat man alles andere als einen regelmäßigen Tages-Rhythmus. Leider war daher die Uhrzeit nicht immer passend und Theo hat entweder die 90 Minuten nahezu durchgeschlafen oder er wollte gestillt werden. Abgesehen davon kann sich selbst ein sattes, ausgeschlafenes Kind nicht 90 Minuten konzentrieren. Ist auch nicht Sinn und Zweck – nur mir persönlich ist es dann um das Geld zu schade. Mit Müttern tratschen kann man auch bei diversen Babytreffs. Aus diesem Grund habe ich den Kurs nach 5 Einheiten beendet.

Mein Fazit

Pekip und insbesondere das Buch von Liesel Polinski sind ein toller Alltagsbegleiter und ich kann jedem empfehlen, sich zumindest von den Übungen inspirieren zu lassen.

Unten findet ihr noch ein paar Bilder von Theo bei unterschiedlichen Übungen.

 

Pekip Kurs Ball
Pekip Kurs Ball
Pekip Kurs Schnur
Pekip Kurs Schnur