Wir gehen heute schwimmen!

Eine weit verbreitete Aktivität mit Baby, die vielerorts angepriesen und angeboten wird, ist Babyschwimmen. Mich faszinierten bereits lange vor dem Mamasein Aufnahmen der kleinen Zwerge unter Wasser. Der noch vorhandene Tauchreflex macht es möglich, dass Babys – wenn der Reflex nicht trainiert wird angeblich bis ca. zum 6. Lebensmonat – abtauchen können, ohne Wasser zu schlucken. Traumhafte Bilder, die man da im TV & Co zu sehen bekommt.

Natürlich war auch bei mir die Euphorie schnell geweckt, die Lust es selbst auszuprobieren da, bevor Theo überhaupt geboren war. Somit waren wir beide auch schnell angemeldet – ich übereifrige Mami. Mir war aber auch klar: Sollte Theo irgendwelche Anstalten machen, dass es ihm nicht gefällt, breche ich den Kurs sofort ab.

Die Vorteile des Babyschwimmens

Der Gedanke, dass sie wirklich schwimmen oder tauchen lernen, wäre reine Illusion. Also wozu überhaupt schwimmen gehen mit Babys?

Babyschwimmen unterstützt die natürliche Motorik, wie wir alle wissen, bewegt es sich im Wasser leichter. So geht es auch unseren Zwergen. Weiters stärkt es die Bindung zwischen Elternteil und Kind. Und nicht zu vergessen: es soll Spaß machen. Darüber hinaus soll angeblich auch das Immunsystem unterstützt werden. Kann sein. Theo war in 8 Monaten noch nie krank außer einmal einen Tag Fieber. Ob das mit dem Schwimmen zusammenhängt, naja, ich glaube eher nicht 😉

Nun zu unseren Erfahrungen

Der Spaß ist den Zwergen nicht von Anfang an ins Gesicht geschrieben. Aber er kommt! Theo war die ersten 6-7 Lebens-Monate sowieso ein Beobachter, was in seinem Fall hieß: ich schaue mir alles mal an, auch dich, und erst dann entscheide ich, ob du mir ein Lächeln entlocken kannst.

Aber auch die anderen Babys – teilweise älter als Theo – brauchten, bis sie sich ans Wasser gewöhnten. Abgesehen von einem einzigen Baby (hier lag es aber offensichtlich an den Eltern), schien es den Kleinen mit jeder Einheit mehr zu gefallen. Trotz Tauchen. Apropos Tauchen: mindestens genauso umstritten wie das Schwimmen selbst, greift man doch auf einen Reflex zurück, aber nicht auf eine Leidenschaft der Babys. Bei uns machten es alle mit, aber es schien keinem Zwerg wirklich zu gefallen. Naja.

Was uns der Babyschwimmkurs definitiv brachte, ist die Freude am Wasser. Kaum ist Theo in der Badewanne oder im Pool bei den Großeltern, ist er nicht zu bremsen. Er liebt es. Er strampelt, er wird in den letzten Sekunden bevor er das Wasser berührt richtig nervös vor Freude. Und genau darum ging es mir.

Was gegen Babyschwimmen spricht

Schnell liest man nämlich auch von den Nachteilen: die einen meinen – wie bereits erwähnt – dass das Immunsystem gestärkt wird, andere Studien wiederum besagen, dass Babys, die viel Zeit in einem chlorreichen Wasser verbrachten, eher zu Allergien und Asthma tendierten. (Belgische Studie) Aber auch ein erhöhtes Auftreten von Infektionen wie Durchfallerkrankungen kann die Folge sein.

Da sind wir wieder beim „in-Watte-packen“. Natürlich möchte ich meinen Zwerg nicht unnötigen Gefahren aussetzen, aber ein steriler, leerer Raum ist auch nicht die Lösung.

Ein Tipp für deinen 1. Babyschwimmkurs

Es macht sich bezahlt, Oma oder Opa, Freundin oder eben den Papi selbst einzupacken: zu Beginn kann es eine kleine logistische Herausforderung sein, insbesondere nach dem Kurs. Muss man nicht nur sich, sondern auch den Zwerg wieder für – wie in unserem Fall – kalte Wintertage fertig machen. Wie dankbar war ich da, dass Theos Haare nicht auch noch zu föhnen waren 😉

Wer bietet Kurse an? 

In Wien scheint es zwei Hauptanbieter zu geben: Schwimmbaby und Waterbaby. Es gibt aber auch kleine Anbieter, die sich im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt machen, da sie oftmals günstiger sind. Hier findet ihr eine tolle Übersicht

Da wir zur Zeit des Kurses in der Nähe des Floridsdorfer Hallenbads wohnten, haben wir uns für Schwimmbaby entschieden. Uns hat es gut gefallen. Die Kosten beliefen sich auf € 309,– für 18 Einheiten inkl. Eintritt.

Abschließend bleibt nur noch zu sagen: „wir gehen heute schwimmen, und wer schwimmt mit, auch du lieber Theo, du schwimmst mit“ (unser Schwimm-Willkommenslied)