Ein Tag voller Möglichkeiten – Neues Arbeiten

Medien- und Musiklandschaft, Arbeits- und Schulwelt … – wenn sich alles ändert (oder sich zumindest ändern sollte), stecken selbst die Mutigsten mal zurück. Was uns dann hilft, ist nicht die Suche nach Möglichkeiten, sondern praktische Beispiele, die beweisen, dass es anders geht. Auch wenn sie kein Garant für den eigenen Erfolg sind, geben sie uns das, was wir in diesen Zeiten ganz dringend suchen: Sicherheit.

Woman Tag der Möglichkeiten inspiriert von Das Neue Arbeiten (DNA)

So stand auch der WOMAN Tag der Möglichkeiten vergangenen Donnerstag im Zeichen von „praktischen Beispielen und realen Personen“ die uns zeigen und vorleben, dass es auch anders geht. Diskutiert wurden viel weniger die unzähligen Möglichkeiten, die uns unsere Welt bietet, sondern die Hürden, die vor allem wir Frauen noch aus dem Weg räumen müssen. Für mich ein Sinnbild dafür, wo unsere Gesellschaft aktuell steht: anstatt die Möglichkeiten zu erkennen, versperrt uns das Alte noch immer viel zu oft die Sicht.

Neues Arbeiten weiter gedacht

Als eingeschweißter DNA Fan und Partner war die Vorfreude auf diesen Tag riesig. Noch dazu war es seit langer Zeit mal wieder ein mit meinem Job in Verbindung stehendes Event. Das letzte Karenzjahr war dann doch mehr von Babytreffs und Co geprägt 😉

Neben vielen bekannten Aspekten, die sich vor allem um uns Frauen drehten und der Notwendigkeit, dass wir endlich unsere (in der richtigen Tonlage) Stimme erheben und nicht mehr neben dem Tisch sitzen sollten (wie Sheryl Sandberg so schön in ihrem Buch beschrieb), bekam die Welt des neuen Arbeitens eine neue Dimension: um unsere Arbeitswelt zu ändern, müssen wir unsere Schule neu gestalten!

Schule im Aufbruch

Neue Schulkonzepte zählten spätestens seit dem Film „Alphabet“ zu meinen Interessen und seit Theos Geburt widme ich mich dem Thema intensiver. Warum verlieren wir unsere Neugier, sobald wir in die Schule kommen? Warum basiert unser System auf dem Prinzip, dass wir alle gleich sind und warum nehmen wir verdammt noch mal nicht Rücksicht auf die individuellen Talente und Stärken unserer Kinder? Warum wissen wir selbst nach dem Studium nicht, worin wir richtig gut sind und warum brauchen viele von uns ein ganzes Leben, um unsere tatsächlichen Talente zu finden? Geht es nicht aus anders, und wenn ja, wie?

Vergangene Woche durfte ich endlich die Frau persönlich kennenlernen, die mir in den vergangenen Jahren bei etwaigen Recherchen und Büchern immer mal wieder unterkam: Margret Rasfeld. Sie ist für mich neben Gerald Hüther die inspirierendste und beeindruckendste Person, wenn es um Potenzialentfaltung und „ Neues Lernen “ geht.

Neben der Initiative „Schule im Aufbruch“, bei der Margret diverse Schulen beim Umdenken unterstützt, hat sie mit dem Evangelische Schule Berlin Zentrum den perfekten Beweis geschaffen, der zeigt, dass anders sein oftmals besser ist. (Auch im Buch Reinventing Organziations als Beispiel erwähnt)

Schule neu gedacht

In kleiner Runde hatte ich die Chance, mehr über das Konzept und dessen Umsetzung zu erfahren. Wie sieht „neue Schule“ in der Praxis aus? Wie schafft man es, anstatt Durchschnitts- und Standardtypen zu formen, Individualisten hervorzubringen, die kreativ und lösungsorientiert denken und handeln?

Ich klebte Margret an den Lippen; denn entgegen jeglicher Vorstellung, die man von einer pensionierten Lehrerin und Direktorin haben könnte, hat Margret mehr Ahnung von Wirtschaft und Co, als viele Wirtschaftstreibende selbst. Schule ist kein isolierter Ort, ganz im Gegenteil, Schule soll die Menschen auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten.

Auswendig lernen und Arbeitsblätter ausfüllen zählen sicherlich nicht zu den top Kompetenzen. Gebraucht werden stattdessen Empathie, Leute, die Spaß an Herausforderungen haben und diese auch bewältigen, die mit Veränderung umgehen können, die sich ihre Kreativität behalten.

Vielerorts werden neue Schulkonzepte noch belächelt – denke man nur an Waldorf & Co. Alternativ wird meist mit „Träumern“ und „realitätsfern“ in Verbindung gebracht. Auch Magret bestätigte: viele informieren sich, viele wollen neue Wege gehen, doch am Ende des Tages entscheiden sie sich für den „sicheren Weg“ und stecken ihr Kind ins Gymnasium. Doch ist das heutzutage noch sicher?

Ja, der „andere“ Weg ist noch mit hohem Aufwand verbunden – Recherchen, Schule besichtigen, hinterfragen und in Diskussion gehen. Doch ist uns das die Zukunft unserer Kinder nicht wert?

Wer Veränderung will, muss aktiv werden

Im Unternehmen sind es die Mitarbeiter, die mitgestalten können. Im Schulbereich die Eltern. Eltern haben eine Stimme, von der sie Gebrauch machen müssen.

Mal sehen, ich nehme mir mehr vor: Ich möchte dass mein Sohn dabei unterstützt wird, seine Leidenschaft zu entdecken und herausfinden, wie er davon leben kann. Er soll die Chance haben, seine Berufung zum Beruf zu machen. Ich möchte, dass egal mit welcher Herausforderung er konfrontiert ist, diese als Chance sieht und an ihr wächst. Ich möchte, dass am Ende eines Schultages nur eines bleibt: die Vorfreude auf morgen.