OMG … wie teuer sind eigentlich Kinder?!

Kinder kosten Geld. Viel Geld. Genau genommen 108.000 Euro bis zum 18. Lebensjahr, glaubt man einer Studie des ehemaligen Bundesministeriums für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz. Berechnet wird der Betrag anhand von durchschnittlichen 500 Euro pro Monat (im Falle von Einzelkindern). Ganz schön teuer. Und trotzdem traue ich mich zu behaupten, dass viele von uns sogar noch mehr ausgeben. Warum? Weil der Mama-Style-Hype ausgebrochen ist.

Nur das Beste oder einfach das Teuerste für mein Kind?

Schon vor der Geburt muss man tief in die Tasche greifen, will man nicht alles second hand besorgen. Erstmals gehört das Kinderzimmer ausgestattet – auch wenn sich in den meisten Fällen der Knirps anfangs im Elternschlafzimmer einquartiert.

Kleiderschrank, Regale, Wickelkommode – am besten aus einer Linie und von einer dieser unglaublich coolen skandinavischen Designfirmen. Um den Stylekriterien von Pinterest und Instagram zu genügen, gibt man schon mal den einen oder anderen Euro mehr aus. Deko, Kissen & Co sind natürlich auch nur vom Feinsten und runden das Interior ab.

Apropos Bettchen – beinahe hätte ich es vergessen zu erwähnen: hier darf natürlich nicht gespart werden, Babyschlaf ist ja bekanntlich heilig: die Wahl fällt also auf das Zirbenbettchen. Kostet eh nur knappe 600 Euro bei 80 cm Länge. Bis zum 6. Lebensmonat wird’s schon reichen. Um in Sachen Babyschlaf auch unbedingt auf Nummer Sicher zu gehen, kauft man auch noch die Spezial-Feder-Wippe (wir nennen keine Marken)– zusätzliche 200 Euro futsch.

Weiter geht die Shoppingtour. Kinderwagen – hier scheiden sich bekanntlich die Geister. Der Klassiker, der Sportliche oder der Stylische? Wir entschieden uns für den Testsieger (wir nennen noch immer keine Markennamen ;). Weitere 1500 Euro für das Set plus passenden Autositz weg.

Ok. Das sind jedoch alles Einmalkosten und zählen zur Grundausstattung. Genauso wie das erste Spielzeug, Bücher und Co. Hier darf man doch schon mal mehr ausgeben?! Richtig?

Fürs Baby darf’s schon mal mehr sein.

Ups, aber bei der Erstkleidung darf man doch auch nicht sparen? Sind das doch die ersten Stoffe, die die sanfte Babyhaut bedecken werden. Außerdem macht es ja unglaublichen Spaß, ein paar schöne Teile zu kaufen. Also geht man doch in den Hipster-Baby-Laden und besorgt ein paar exklusive Stücke: Strampler – 50 Euro – ich nehme eh nur 2 davon. Zugleich denke ich mir: hoffentlich passen sie länger als zwei Wochen.

Nun ja, dem sei nicht genug. Im Endeffekt geht man regelmäßig in diese Läden – so circa 1 mal im Monat. Ab und zu darf es dann auch Spielzeug von dort sein. Und ein exklusives Jäckchen. Da steckt man doch lieber bei sich selbst zurück, als beim Kind zu sparen!

Das Kind wächst, die Geldtasche schrumpft

Es bleibt natürlich nicht bei diversen Anschaffungskosten und Babykleidung – man muss regelmäßig nachrüsten: neuer Autositz, Kinderstuhl, Buggy, Laufwagerl …. es kommt immer was Neues dazu.

Als Übermama muss man natürlich auch den einen oder anderen Babykurs besuchen: Egal ob PEKIP, Babyschwimmen oder regelmäßig in die Krabbelstunde – die Angebote scheinen grenzenlos zu sein.

Alltagskosten sind gar nicht so wenig.

Ok, manchmal denke ich: wir Eltern spinnen. Es geht auch einen Tick günstiger. Spielen kann man zu Hause, Kleidung muss keine besondere Marke tragen und nicht jeder „state-of-the-art“ Schmarrn muss gekauft werden.

Trotzdem stellte ich mit Erstaunen fest: die Alltagskosten sind beachtlich. Windeln (ca. 50 Euro), Essen (40-80 Euro für Obst, Gemüse, Milch-Pulver, Fleisch & Co), Hygieneprodukte, Kinderbetreuung (50-350 Euro), Kinderarzt … on top kommen dann auch noch diverse versteckte Kosten wie erhöhter Wasser- und Stromverbrauch.

Schön langsam fragt man sich, wie sich eigentlich Otto-Normal-Verbraucher ein oder sogar mehrere Kinder leisten kann?

Babybusiness-Idee ist gefragt

Und zugleich denke ich mir: lukratives Business. Für den Knirps gibt man einfach gerne mehr aus. Und selbst wenn Mami und Papi sich mal am Riemen reißen, dann greifen bestimmt Omi oder Opi zu. Also bitte her mit der genialen Business-Idee – Unternehmergeist zahlt sich bestimmt aus!